SV Wacker 04 Bad Salzungen e.V.

1.Mannschaft : Spielbericht TFV Köstitzer Landespokal, AF

Wacker Bad Salzungen   FC CZ Jena
Wacker Bad Salzungen 0 : 8 FC CZ Jena
(0 : 3)
1.Mannschaft   ::   TFV Köstitzer Landespokal   ::   AF   ::   13.10.2018 (14:00 Uhr)

Trotz Pokal-Aus: Fußballfest mit viel Beifall

Der Landesklassenvertreter SV Wacker 04 Bad Salzungen verliert das Thüringer Fußball-Pokal-Achtelfinale gegen den Drittligisten FC Car Zeiss Jena mit 0:8 Toren. Trotzdem verlassen die 1650 Zuschauer zufrieden und mit glücklichen Gesichtern das Werra-Energie-Stadion.

Von Thomas Dröge

Bad Salzungen – Als er zum ersten Mal in seine Bratwurst biss, war sie noch heiß. Beim zweiten Mal schon längst nicht mehr. Viele Fragen beantwortete Mark Zimmermann, der gebürtige Bad Salzunger. Jenas Trainer stand in seiner alten Heimat viele Male bereit für ein Erinnerungsfoto und Autogramme, stellte sich den Fragen und nahm all die guten Wünsche seiner Anhänger und einstigen Wegbegleiter frohgelaunt entgegen. Zufrieden trat er die Reise in seine Wahlheimat an. Seine favorisierte Mannschaft entledigte sich der Pflichtaufgabe im Thüringer Pokalwettbewerb gegen den Siebtligisten souverän.

Auch wenn beim Jenaer Trainer das Punktspiel am Freitag gegen Aalen im Hinterkopf steckte, ließ er keinen Zweifel daran aufkommen, die Partie gegen die Kurstädter mit dem nötigen Ernst und der erforderlichen Seriosität angehen zu wollen. Im Aufgebot vertraute er den Spielern, die in der dritten Liga die Kohlen aus dem Feuer holen sollen. Nur im Abwehrverband „opferte“ er mit Guillaume Cros einen Verteidiger und ließ gegen die Wackeraner anstelle einer Vierer-Abwehrkette mit nur drei Verteidigern spielen. Somit war klar, dass es im Spiel der Gäste nur Richtung Wacker-Tor gehen sollte. Dieses Vorhaben setzten die Männer um Kapitän René Eckardt von der ersten Minute an konsequent um. Jenas Offensivabteilung mit Phillip Tietz und Felix Brügmann und die weit aufgerückten Mittelfeldakteure störten tief in der Hälfte der Bad Salzunger deren Spielaufbau und ließen ihrem Gegner kaum Entfaltungsmöglichkeiten.

Bereits nach einer Minute brannte es vor dem Gehäuse von Wacker-Torhüter Tobias Blochberger lichterloh. Aber weder Eckardt noch Firat Sucsus oder Felix Brügmann brachten aus Nahdistanz den Ball über die Linie. So ging es im Minutentakt weiter und Blochberger rückte immer mehr in den Blickpunkt. Dass nach 25 Minuten noch die Null auf der Anzeigetafel stand, verdankten die Wackeraner zu einem gehörigen Teil ihrem Torhüter. Mehrfach reagierte er nach Jenaer Abschlüssen großartig und verhinderte die Gästeführung. Mark Zimmermann auf der Bank der Gäste konnte mehrfach über das Auslassen der besten Möglichkeiten seiner Akteure nur den Kopf schütteln. Die miserable Chancenverwertung seiner Akteure in der Startphase sollte aber der einzige Kritikpunkt des Jenaer Trainers sein. Die Hausherren bemühten sich, mit Leidenschaft gegen die spielerische Überlegenheit der Gäste zu bestehen. Alexander Völker als Deckungsorganisator versuchte, die Löcher so gut zu stopfen, wie es geht. Dabei verbuchte er einige Ballgewinne genauso wie Wacker Abwehrspezialist Adrian Hlawatschek, der schnell seine Nervosität abgelegt und ins Spiel gefunden hatte. Freilich schüttelte Wacker-Trainer Daniel Hlawatschek nach dem ersten und den folgenden Gegentreffern mit dem Kopf und ärgerte sich, doch am Ende überwog auch beim 34-Jährigen die Freude über das Fußballfest, zum dem eben auch seine Akteure ihren Beitrag leisteten.  Jede erfolgreiche Aktion, auch wenn diese ausschließlich in der eigenen Hälfte stattfand, wurde von den sachkundigen Zuschauern mit Beifall belohnt. Das ließ die Brust der alten Bad Salzunger Haudegen wie Mathias Weisheit genauso anschwellen wie jene der jungen Wackeraner, denen Hlawatschek das Vertrauen schenkte. Auch wenn sie nicht zum Ehrentreffer kamen, sie enttäuschten nicht.

Mark Zimmermann durfte sich darauf verlassen, dass seine Männer seine Vorgaben auch nach der Pause weiter umsetzten und noch für ein standesgemäßes Ergebnis sorgten. Spannend blieb bis zum Schluss die Frage, ob es nicht doch einem Bad Salzunger gelingen würde, sich zum Ehrentreffer durchzusetzen. An der Unterstützung durch den Anhang lag es nicht, auch wenn die Wacker-Fans in Sachen Lautstärke jener der Blau-Gelb-Weißen einige Phon unterlegen blieben. Auch mit umgestellter Abwehrformation gaben sich die Saalstädter weder eine Blöße noch verteilten sie Geschenke.

Blochbergers Sahnetag

Fast genauso großes Interesse wie an der Person von Mark Zimmermann gab es von den Medienvertretern an Tobias Blochberger. Der 24-Jährige flog blitzschnell durch die Luft, hechtete nach jedem Ball und lenkte viele Male das runde Leder weg aus der Gefahrenzone. Der Torhüter der Landesklassen-Elf erwischte den berühmten „Sahnetag“. Kein Wunder, dass Mark Zimmermann nach der Partie dem Schwarzschopf ein Extra-Lob zukommen ließ. Oft hatten die friedlichen Jenaer Anhänger den Torschrei schon auf den Lippen. Doch Blochberger bekam noch seine Hand dran oder eben einen Fuß dazwischen. Ihm bereitete diese Herausforderung, gegen die Profis zu bestehen, sichtlich Freude. Obwohl es bereits 0:5 hieß (60.), wurde er nicht müde, seine Vorderleute anzufeuern oder aufzurichten. Selbst nach dem achten Gegentreffer war der Ehrgeiz beim Bad Salzunger Schlussmann nicht gebrochen.

Die Frage, ob er denn ein Angebot von Mark Zimmermann abschlagen würde, beantwortete er rasch und mit einem breiten Lächeln: „Meine Ablöse wäre wohl zu hoch. Ich stehe bis 2020 bei Wacker unter Vertrag.“ Er lobte die gute Atmosphäre genauso wie seine Mitspieler. Für Gregor Kuhn war es einfach nur ein „krasses Spiel, das ich mein Leben lang nicht vergessen werde“. Lob gab es aber von den Jenaer Spielern vor allem wegen des bestens hergerichteten Rasens im Werra-Energie-Stadion. „Da wird sogar der eine oder andere Drittligist neidisch“, meinte FCC-Kapitän René Eckhardt. Ein besseres Lob kann es für einen Gastgeber für eine gelungene Veranstaltung wohl nicht geben. Das Ergebnis bleibt zweitrangig. Lange reden werden Daniel Hlwatschek und seine Männer von dem einen oder anderen gewonnen Zweikampf, den vielen Zuschauern und deren Beifall auch für sie als wackere Außenseiter.

Bad Salzungen: T. Blochberger; S. Damaske, T.-T. Römhild, C. Seidel, L. Schmidt (80. M. Schmidt), J. Frank,A.Völker, G. Kuhn (66. N. Mattusch), A. Hlawatschek, M. Weisheit, P.Volkhardt (60. G. Schmidt)

Jena: R.Koczor; Fl. Brügmann (72.J.Günther-Schmidt), J.Gerlach,M.Wolfram (59.D. Bock), R. Eckardt,M.Grösch, Fe. Brügmann, F. Sucsuz, D. Slamar, K. Pennewitz, P. Tietz (60.V. L. Stenzel)

Schiedsrichter: Eugen Ostrin (Eisenach)

Tore: 0:1 Fl Brügmann (25.), 0:2 Slamar (27.), 0:3 Tietz (44.), 0:4 Flo. Brügmann (48.), 0:5 Fe. Brügmann (60.), 0:6 Günther-Schmidt (72.), 0:7 Grösch (82.), 0:8 Bock (84.)

 

Stimmen zum Spiel

Daniel Hlawatschek, Trainer des SV Wacker Bad Salzungen: Natürlich war das für uns alle gegen die vier Klassen höher spielenden Jenaer ein besonderes Erlebnis. Vor allem in der zweiten Halbzeit spielte der FC Carl Zeiss seine körperlichen und athletischen Vorteile aus. Das eine oder andere Tor fiel für meinen Geschmack aber zu einfach. Andererseits müssen wir natürlich anerkennen, dass wir mehrfach das Glück, als es in unserem Strafraum lichterloh brannte, auf unserer Seite hatten.

Marc Zimmermann, Trainer des FC Carl Zeiss Jena: Bis auf die Chancenauslastung im ersten Abschnitt bin ich zufrieden mit unserem Spiel. Es hat viel Freude gemacht, in einem Pflichtspiel mal in der Heimat zu sein. Es freut mich, dass es sehr, sehr fair zuging. Die Bad Salzunger haben alles in die Waagschale geworfen. Einige unserer Chancen vereitelte aber auch ihr Torhüter Tobias Blochberger in bester Manier. Er lieferte eine tolle Partie ab.

Tobias Blochberger, Torhüter des SV Wacker Bad Salzungen: Die ersten 25 Minuten ohne Gegentor liefen richtig gut. Der erste Treffer der Jenaer fiel aus unserer Sicht etwas unglücklich. Wir versuchten, uns nach Kräften zu wehren und ich glaube, das ist uns auch trotz der acht Gegentore gut gelungen. In der Schlussphase fehlte uns die Kraft. Schade, dass wir keinen Ehrentreffer erzielt haben.

Alexander Völker, Innenverteidiger des SV Wacker Bad Salzungen: Es war ein schönes und ziemlich laufintensives Spiel. Der Jenaer Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Die Gäste haben es uns natürlich mit ihrem Kombinationsspiel nicht leicht gemacht. Aber mit viel Einsatz haben wir uns gewehrt. Ein eigener Treffer wäre die Krönung gewesen.

Philipp Volkhardt, rechter Außenverteidiger des SV Wacker Bad Salzungen: Die Begegnung gegen den Drittligisten ist für mich als jungen Spieler natürlich einer der Höhepunkte in meiner sportlichen Laufbahn. Ich habe heute mal so richtig zu spüren bekommen, wie intensiv es in allen Bereichen höherklassig zur Sache geht. Das war eine tolle Erfahrung und ich habe viel gelernt.


Quelle: insuedthueringen.de

Fotos vom Spiel


12.10.2018, Christopher Groß

Start mit einem gemeinsamen Frühstück

Vorbericht

 

Für den einen ist es die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, für die Gastgeber das Spiel des Jahres. Mark Zimmermann, der Trainer des Drittligisten FC Carl Zeiss Jena tritt mit seiner Elf im Fußball-Thüringenpokal beim SV Wacker Bad Salzungen an.

Von Liane Reißmüller

„Nervös? Nein noch ist davon nichts zu spüren. Warum auch? Wir haben nichts zu verlieren. Wie es am Tag selbst bei jedem einzelnen Spieler aussieht, wird sich zeigen. Schließlich spielen wir in Bad Salzungen nicht jeden Tag vor wohl mehr als 100 Zuschauern“, erklärt Wacker-Trainer Daniel Hlawatschek seine Gemütslage und die seiner Männer. Als Spieler verfügt er bereits Erfahrung im Spiel gegen die traditionsreiche Thüringer Elf. Damals am 3. April 2004 – es war das Halbfinale – spielten die Zeiss-Städter noch in der Oberliga und setzten sich mit 5:0 Toren im Halbfinale durch. Daniel Hlawatschek erinnert sich genau. „Wir gerieten bereits in der ersten Minute mit 0:1 in Rückstand. Das möchten wir am Samstag gern vermeiden. Wir wollen die Null so lange wie möglich halten. Dazu bedarf es jedoch eines großen Laufaufwandes“, weiß der 34-Jährige, was ihn und seine Männer erwartet. Einem besonderen Videostudium über ihren Gegner unterzieht er seinen Männern nicht. „Die Zeit haben wir nicht. Außerdem kennen einige unserer Spieler den FC Carl Zeiss. Sie sind, wenn es die Zeit erlaubt in Jena dabei. Wir wollen versuchen, das zu spielen, was wir können wollen uns gut präsentieren. Unser Fokus liegt an diesem Wochenende sicherlich auf diesem Spiel. Danach müssen wir uns aber sofort wieder auf den Punktspielalltag konzentrieren“, blickt Daniel Hlawatschek in gewohnt ruhiger Manier dem Spiel des Jahres für seine Männer und seinen Verein entgegen. Viel anders als die Vorbereitungen auf die anderen Spiele gibt es im Wacker-Lager nicht. Lediglich der Start in den Tag wird ein anderer sein. „Wir werden gemeinsam frühstücken und uns dann normal auf die Partie vorbereiten. Jeder soll sein Bestes geben und diese 90 Minuten vor hoffentlich prächtiger Kulisse genießen“, verrät Daniel Hlawatschek, der anders als in der Vorwoche dieses Mal nicht zum Einsatz kommen möchte. „Ich denke, es sind genug motivierte Spieler da", frohlockt der Wacker-Trainer, der die Frage nach dem Wunschergebnis schnell mit einem 2:1 beantwortete und ein erneutes Schmunzeln nachschob.

Keine Heimatgeschenke

Auch wenn sowohl Daniel Hlawatschek als auch Carl-Zeiss-Trainer Mark Zimmermann das Fußball-Abc in Bad Salzungen erlernten, kennen sich beide Trainer nicht persönlich. Trotzdem liegt der Vorteil bei Mark Zimmermann. Er schaute sich am 3. Oktober die Wacker-Elf bei ihrem Auftritt in Sachsenbrunn an. „Wir sind ein Profiverein und gehen natürlich diese Aufgaben professionell an. Das haben wir auch schon vor dem Spiel in Mühlhausen so gehandhabt“, sagte Mark Zimmermann. Sein Ziel ist neben dem Erreichen der nächsten Runde, dass seine Mannschaft keinen Gegentreffer zulässt. Da gibt es auch keine Heimatgeschenke. „Das ist kein Freundschaftsspiel, auch wenn es für Wacker das Spiel des Jahres wird. Ich habe keine Geschenke zu verteilen. Wir werden unser Spiel durchziehen und schauen, was passiert. Solch ein Negativerlebnis wie vor zwei Jahren, als wir mit 0:1 bei Eintracht Sondershausen als Pokalverteidiger in der zweiten Runde rausgeflogen sind, möchten wir nicht wieder erleben“, gibt der gebürtige Bad Salzunger die Richtung klar vor. Wer zum Einsatz kommt, wollte der FC-Trainer noch offen lassen. Sicher ist, das er jenen eine Chance einräumt, die zuletzt nicht so oft zum Zuge kamen. „Jeder würde spielen können. Die Qualität aller muss reichen, um zu gewinnen. Aber wir sind nach sechs verlorenen Ligaspielen nicht in der Position, leichtfertig sein zu können. Wir wollen im Rhythmus bleiben und uns für das Punktspiel am Freitag gegen den VfR Aalen Selbstvertrauen holen“, betonte Mark Zimmermann, der bis zur C-Jugend in Bad Salzungen Fußball spielte.

Die Verantwortlichen des SV Wacker bitten noch einmal darum, die Anweisungen der Feuerwehr- und Ordnungskräfte einzuhalten. Die Stadionpforten öffnen um 12 Uhr.


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